Sehenswertes
Kamminke
Einstöckige reetgedeckte Fischerkaten säumen die Dorfstraße in Kamminke, auf dem Haffwasser schippern einige Fischkutter auf und ab und im Wind trocknen auf Holzstangen aufgehängte Netze und Reusen: In Kamminke erleben Ruhe suchende Urlauber ein Fischeridyll fernab des touristischen Lebens in den Seebädern der Insel Usedom. Das Kleinod nahe der polnischen Grenze zählt zwar nur 300 Einwohner, aber im Sommer mausert es sich zum Ausflugsziel für all diejenigen, die den Alltag aussperren und die Stille und die Hafenatmosphäre am Stettiner Haff genießen wollen. Im 1938 ausgebauten Hafen von Kamminke legt zwei- bis dreimal täglich ein Schiff über das Haff nach Ückermünde, einmal wöchentlich ein Ausflugsschiff ins polnische Stettin ab. Wer einmal am Hafen ist, sollte den Besuch in der Fischräucherei „Klönsnack“ mit idyllischer Sicht auf das Haff nicht verpassen – ebenso wie das Foto von der seit 1938 an der Mole thronenden Plastik „Für den unbekannten Fischer“ von Ludwig Engelhardt, die all jenen Fischern gewidmet ist, die auf See ums Leben gekommen sind.
Golm
Der Moränenhügel Golm ist mit 69 Metern die höchste Erhebung Usedoms. Während der Bronzezeit befand sich hier eine Festung, von der aus die Handelsstraße an der Odermündung überwacht wurde. Dieser Tage erinnern nur noch wenige unscheinbare Reste des Walls daran. Heute ist der Golm einer der größten Kriegsgräberfriedhöfe Deutschlands. Am 12. März 1945 verübten die Allliierten einen verheerenden Luftangriff auf Swinemünde. Mehrere Tausend Todesopfer wurden infolge dessen auf dem Golm begraben. Seit 1975 erinnert auch eine Gedenkstätte in Form eines zweigeteilten nach oben offenen runden Betonbaus mit einem Durchmesser von 12 Metern an dieses Ereignis im Zweiten Weltkrieg, dessen Folgeschwere durch die Inschrift „Dreiundzwanzigtausend Tote des Zweiten Weltkrieges mahnen“ und Johannes Robert Bechers Worte „Dass nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint“ symbolisiert wird. Alljährlich am 12. März und am Volkstrauertag findet auf dem Golm eine Gedenkfeier zu Ehren der Kriegsopfer statt. 2005 wurde hier außerdem die Jugendbegegnungsstätte Golm des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge eröffnet, in der vor allem die weltoffene Kommunikation zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen gefördert werden soll.
Zweiradmuseum Dargen
Auf dem Gelände der früheren bäuerlichen Handelsgenossenschaft besteht seit 1997 eine Sammlung von in der DDR hergestellten Fahrzeugen. Jawas, Simsons, Wartburgs und natürlich das DDR-Auto schlechthin, der Trabant, begeistern hier nicht nur Automobilliebhaber. Das wohl bedeutendste Highlight in der Ausstellung in der Regierungsbus des ehemaligen „Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker“. Mehrmals im Jahr geben sich im Zeitradmuseum Dargen Motorsportfreunde aus dem ganzen Land ein Stelldichein, wenn der Museumsverein sein fast schon traditionelles Ostalgietreffen veranstaltet. Nostalgische Gefühle kommen auch im Tante-Emma-Laden im Hauptgebäude auf, in dessen Regale Lebensmittel und Drogerieartikel made in DDR aufgereiht sind.
Schloss Stolpe
Das Schloss Stolpe, ein schlichter dreigeschossiger Renaissancebau aus dem 17. Jahrhundert, diente einst als Stammsitz der Feudaldynastie. Über Jahrhunderte hinweg wurden die Geschicke des Ortes vom Adelsgeschlecht derer von Schwerin bestimmt. Daher erlebte auch das Schloss Stolpe unter Friedrich von Schwerin seine beste Zeit. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließ er das herrschaftliche Anwesen um zwei Rundtürme erweitern, die durch einen Gang miteinander verbunden waren. Das letzte Adelsgeschlecht, Edda von Schwerin, verließ das Schloss kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Heute gehört das Anwesen der Gemeinde, die es teilweise saniert hat. Kulturelle Veranstaltungen, so auch Konzerte und Lesungen, locken über das ganze Jahr verteilt Urlauber und Einheimische in den Festsaal des Schlosses.
Flughafen Heringsdorf
Schon der Landeanflug auf die Insel Usedom ist ein Erlebnis: Blau schimmert das Wasser der Ostsee, weiß hebt sich der Küstenstreifen ab, während sich das Usedomer Achterland dahinter im üppigen Grün präsentiert – Usedom aus der Luft, ein Anblick wie gemalt. Von Mai bis Oktober starten einmal wöchentlich Passagierflugzeuge in sechs deutschen, drei Schweizer und einer österreichischen Großstadt zum Direktflug auf die Sonneninsel Usedom. 2012 sind es erstmals auch Düsenflugzeuge, die den kleinen, modernen Regionalflughafen Heringsdorf, der sich am Rande der Ortschaft Zirchow befindet, ansteuert. Einsteigen, anschnallen, abheben und nach nur durchschnittlich 90-minütiger Flugzeit am schönsten Platz am Meer landen. Für Urlauber aus Frankfurt, Köln, Dortmund, Düsseldorf, Stuttgart und München sowie aus Bern, Zürich, Basel und Wien ist der Urlaub auf Deutschlands sonnigster Insel zum Greifen nah. Und nach der Landung? Da genießen die Fluggäste auf Usedom ein besonderes VIP-Gefühl. Kurze Wege und kurze Wartezeiten statt lange Rolltreppen und lange Abfertigungszeiten – für den Usedom-Urlauber beginnt die schönste Zeit des Jahres schon am Airport. Und spätestens dann, wenn der Hotelier seine Gäste im Terminal ganz persönlich in Empfang nimmt, wissen die Usedom-Liebhaber, dass Komfort und die persönliche Betreuung auf der Sonneninsel ganz groß geschrieben werden, denn wir lieben unsere Gäste. Bis zum Jahr 2013 sind am Flughafen Heringsdorf auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern historische Flugzeuge, die vor allem im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz gekommen sind, ausgestellt – die Erlebniswelt „Hangar 10“ lockt Liebhaber der „Könige der Lüfte“ auf den Flughafen Heringsdorf. Zu sehen sind unter anderem eine spanische „Bf 109 Buchon“, das amerikanische Jagdflugzeug „Mustang P-51 Big Beautiful Doll“, ein Trainer „Boing Stearman“, ein russisches Jagdflugzeug „Jakowlew JAK 9 UM“ oder das Schulflugzeug „Polikarpow Po-2“. Neben Schautafeln und bewegten Bildern, die sich mit verschiedenen Aspekten des Krieges und des damaligen Zeitgeschehens beschäftigen, sind unter anderem auch Mitfluggelegenheiten geplant.
Karniner Brücke
In zwei Stunden mit der Bahn von Berlin auf die Sonneninsel Usedom – was heute unrealistisch klingt, war bis 1945 Gang und Gäbe. Heute erinnert nur noch ein riesiges Stahlskelett, das unweit der Zecheriner Brücke aus dem Peenestrom ragt, an den Bahnkomfort der Reisenden im frühen 20. Jahrhundert. Schon 1876 führte eine 360 Meter lange Drehbrücke vom Festland über den Peenestrom zur Insel. Damit war der preußische Kriegs- und Handelshafen durchgehend von Berlin aus auf der Schiene erreichbar. Ob aus wirtschaftlicher, strategischer oder touristischer Sicht – die Brücke hatte eine enorme Bedeutung für die Region, war jedoch dem steigenden Verkehrsaufkommen nicht gewachsen. Deshalb wurde 1934 die neue, zu jener Zeit modernste und mit eine Länge von 600 Metern längste Eisenbahnhubbrücke Europas über dem Peenestrom errichtet, um fortan Kamp auf dem Festland mit Karnin zu verbinden. Ihr Funktionsprinzip erinnerte an einen Fahrstuhl: Mithilfe der Hubtechnik war es möglich, die Gleise binnen maximal drei Minuten zu heben und zu senken. Damit blieb der Peenestrom selbst für große Frachtschiffe befahrbar und die Züge konnten die Brücke mit Spitzengeschwindigkeiten von 100km/h passieren. 52 Züge brausten im Sommer täglich über die Karniner Hubbrücke, davon 12 Schnellzüge, die von Berlin bis nach Swinemünde nur 2 Stunden und 36 Minuten brauchten. Am 29. April 1945 sprengte die Deutsche Wehrmacht die Brücke auf dem Rückzug von den russischen Truppen und unterbrach damit auch für mehr als 50 Jahre die Bahnverbindung nach Usedom. Übrig blieb nur das Hubgerüst, das die Reichsbahn 1990 abreißen lassen wollte. Eine Bürgerinitiative formierte sich gegen das Vorhaben und konnte nicht nur den Abriss verhindern, sondern das Zeugnis deutscher Eisenbahngeschichte im gleichen Jahr auch unter Denkmalschutz stellen lassen. Das Aktionsbündnis Karniner Brücke, in dem sich rund 50 Politiker und Wirtschaftsvertreter aus Deutschland und Polen zusammengeschlossen haben, setzen sich für den Wiederaufbau der Karniner Brücke ein.
Welziner Inselkäserei
Usedomer Jung, Usedomer Mittel, Usedomer Alt und Welziner Hartkäse: In Welzin entsteht Tag für Tag köstliche Spezialitäten, die auf Usedom einmalig sind. Steffen Schultze stellt den Usedomer Inselkäse, „auf Holzfeuer gebrannt“, nach alten Schweizer Rezepturen her. Selbst für den Gast wird der Besuch in Welzin zum Erlebnis: Wo sonst kann man dem „Meister“ schon bei der Käseherstellung über die Schulter schauen? Die Schaukäserei öffnet ihre Pforten für die Besucher der Insel Usedom. Und nach dem Rundgang geht’s direkt in den Hofladen mit Blick in die Produktionsräume der Käserei, in der eben der Käse hergestellt wird, den Sie wenig später schon kaufen können. Frisch, lecker, einzigartig: Das ist der Usedomer Inselkäse.




